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Die performative Installation Performing
Crime. Archiv des Verbrechens ist ein Projekt von Lunatiks
unter der Leitung von Kerstin Grübmeyer, Tobias Rausch,
Katja Reetz.
Über 30 Künstler-Teams präsentieren ihre
Auseinandersetzungen mit der symbolischen Dimension von
Straftaten. Im Archiv versammeln sich Beiträge aus
den Bereichen Musik, Hörspiel, Literatur, Theater,
Mode, Fotographie, Tanz, Video, Performance und Bildende
Kunst. Die Zuschauer erkunden das lebendige Archiv wie ein
Labyrinth, das in die Unterweltbezirke der Stadt Bremen
führt.
Im Auftrag des Graffitimuseums entstand
der Archivraum „Kool Killers“. Die Medienkünstler
Fabian Bechtle und Stefan Reuter, die mit ihrem Kurzfilm
Magic Colorz (2005) die Performanz von Graffiti im Zeitalter
des Homevideos untersuchten, rufen in ihrer neuen Serie
„Piece of Evidence“ (2008) eine Reihe von Rollen
auf, die den Akteuren von Graffiti gemeinhin zugeschrieben
werden. Kunst und Vandalismus, Verbrechen und Fame, Autorschaft
und Anonymität markieren die Pole des aufgeladenen
Repertoires von Eigenschaften, das diese Rollen beschreibt.
Eine Sammlung von Fotos signierender Prominenter wird im
Archiv des Verbrechens zum Steckbrief der Gestik von Graffiti.
Den Staub der Archive benutzt Bildhauer Christian Schellenberger,
um in seiner Skulptur „RONX!“ eine sinnliche
Dialektik zu fixieren. Zwischen monumentaler Selbstbehauptung
und Fragilität, erstarrter Bewegung und einer leicht
morbide anmutenden Gefahr des Umkippens inszeniert er mit
gekonnter Handschrift den „leeren Signifikanten“.
„RONX!“ verweist in seiner Materialität
auf den ihn umgebenden Raum und deutet Lesbarkeit an. Die
Spur (eines Verbrechens, einer Biographie?) bleibt jedoch
uneindeutig und wirft den Betrachter auf sich selbst zurück.
Weitere Informatinoen
unter www.lunatiks.de
Schillerstraße 6/7, Bahnhofsvorstadt, Bremen
10. – 13. Juli 2008
Do und Fr 18 – 22 Uhr
Sa 16 – 22 Uhr und So 16 – 20 Uhr
Eintritt 6 Euro / erm. 4 Euro
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