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Die Zur-Schau-Stellung von Graffiti,
"zerkratzten Fenstern, aufgeschnittenen Sitzpolstern,
verschmierten Wandverkleidungen" usw. stellte für
das Graffitimuseum die Frage nach der Art und Weise der
Präsentation von Graffiti unter der Perspektive von
Schadenshöhe und Vandalismus. Der Ansatz, "eine
öffentliche Diskussion über Vandalismusschäden
anzustoßen" schien uns zu kurz gegriffen zu einer
Zeit, wo andere Ausstellungen sich verstärkt der künstlerischen
Ausdrucksform oder sogar einer neuen Kunstrichtung - wie
Graffiti in Galerien und Kunstbüchern heute gerne vorgestellt
wird - widmen. Die Schau im S-Bahnhof Potsdamer Platz übersprang
die komplizierte Umwertung von Graffiti aus dem öffentlichen
in den Kunstraum und präsentierte Graffiti in seinem
natürlichen Umfeld auf dem S-Bahnzug im Bahnhof. Der
Aktionstag versprach jedoch noch eine weitere Innovation,
da die anonymen Werke in ihren Wertigkeit transparent gemacht
wurden: "Jede Beschädigung wird mit Kostenangaben
versehen sein – so lässt sich leicht zusammenrechnen,
welche Schäden durch Graffiti und Vandalismus entstehen.
Zugleich wird gezeigt, was man für das Geld zur Beseitigung
der Schäden kaufen könnte."
Fokus der Einführung war die Ausstellung selbst, ihre
Stärken und Schwächen in dem Versuch der Präsentation
von Graffiti. Der Vergleich zu Kunstausstellungen, sowie
die Frage nach dem tatsächlichen Wert von Graffiti
(und den Werten, die es in seinem Auftreten in Frage stellt)
wurde thematisiert sowie außerdem die Frage nach den
Gemeinsamkeiten additiver und subtraktiver Eingriffe im
öffentlichen Raum (z.B. Aufragen von Farbe und Aufreißen
von Sitzbezügen) und ob es eine tatsächliche Basis
dafür gibt, diese in einem Atemzug zu nennen und in
einem S-Bahnzug gemeinsam zu präsentieren. Auch die
allgemein verbreitete Klassifizierung von Graffiti in gut
und böse bzw. "echtes Graffiti" und "bloße
Schmiererei" wurden anhand der Exponate ebenfalls beleuchtet.
Dem Graffitimuseum ging es dabei nicht um eine Diffamierung
des Ausstellers, sondern vielmehr um eine ernsthafte Untersuchung
des Phänomens Graffiti im Kontext einer Ausstellung. |
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