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07. September 2003
Die Stadt spricht – Graffiti auf Abwegen
Stadtführung im Rahmen der Ausstellung „Backjumps – The Live Issue” im Künstlerhaus Bethanien Berlin-Kreuzberg

 
 

Nalk Ivique und Jo Irrläufer führten durch Fame-City. Im Wrangelkiez in Berlin-Kreuzberg lässt sich die Geschichte von Graffiti von der Kinderstube (erste Schreibversuche am Klettergerüst auf dem Hinterhof) bis zum Tod (durch Altersschwäche, durch Streetart, durch Putzungen, durch Überschreibung, durch Übertreibung) exemplarisch nachzeichnen. Ausgerüstet mit Wörterbüchern, Maßband und Farbtabelle begaben sich das Graffitimuseum und seine Gäste auf Erkundungstour. Ausgehend vom Kindergraffiti auf dem Spielplatz betrachtete die Führung den, auf den Hauswänden festgehaltenen Wachstumsprozess der Buchstaben, untersuchte die Bewegung und den Rhythmus tanzender Wortpaare und vermaß die Schreibhöhe von Namen. Dabei begegneten den Flaneuren Zeichen, die scheinbar von Riesen gemachten wurden und Worte, die so weit unten an Haustüren stehen, dass sie von den Bewohner permanent mit Füßen getreten und dabei fast ausgelöscht werden. Und noch mehr Fußnoten: Der Zusatz „I’m blue“ an einem blauen Bild forderte zu einer graphologischen und farblichen Untersuchung von „Malen unter Alkoholeinfluß“ auf. Demgegenüber finden sich seriöse Auftragsgraffiti an Geschäften und vorbeifahrenden LKW, welche das Museum auf ihre Professionalität prüfte. Codes wie KRZ, KHC und RCB versuchte die Tour zu entschlüsseln und wurde verwiesen auf Abkürzungen, denen man folgte.
Informationen zur Ausstellung unter www.backjumps.org/li1.html

 

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