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Nalk Ivique und Jo Irrläufer
führten durch Fame-City. Im Wrangelkiez in Berlin-Kreuzberg
lässt sich die Geschichte von Graffiti von der
Kinderstube (erste Schreibversuche am Klettergerüst
auf dem Hinterhof) bis zum Tod (durch Altersschwäche,
durch Streetart, durch Putzungen, durch Überschreibung,
durch Übertreibung) exemplarisch nachzeichnen.
Ausgerüstet mit Wörterbüchern, Maßband
und Farbtabelle begaben sich das Graffitimuseum und
seine Gäste auf Erkundungstour. Ausgehend vom
Kindergraffiti auf dem Spielplatz betrachtete die
Führung den, auf den Hauswänden festgehaltenen
Wachstumsprozess der Buchstaben, untersuchte die Bewegung
und den Rhythmus tanzender Wortpaare und vermaß
die Schreibhöhe von Namen. Dabei begegneten den
Flaneuren Zeichen, die scheinbar von Riesen gemachten
wurden und Worte, die so weit unten an Haustüren
stehen, dass sie von den Bewohner permanent mit Füßen
getreten und dabei fast ausgelöscht werden. Und
noch mehr Fußnoten: Der Zusatz „I’m
blue“ an einem blauen Bild forderte zu einer
graphologischen und farblichen Untersuchung von „Malen
unter Alkoholeinfluß“ auf. Demgegenüber
finden sich seriöse Auftragsgraffiti an Geschäften
und vorbeifahrenden LKW, welche das Museum auf ihre
Professionalität prüfte. Codes wie KRZ,
KHC und RCB versuchte die Tour zu entschlüsseln
und wurde verwiesen auf Abkürzungen, denen man
folgte.
Informationen zur Ausstellung unter www.backjumps.org/li1.html |