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Am 2. und 3.6.2001 um jeweils 22.00
fand an der Workshop Lichttaggen/Lichtschrift statt. Die
Dozenten Jo Irrläufer und Aljoscha Santiago reflektieren
im folgenden das theoretische Gerüst der Aktion: Die
Grundidee erhebt den Anspruch, dass Signaturen oder Tags
in Leserichtung, aber von rechts nach links (also an einer
horizontalen Achse gespiegelt) oder in Leserichtung, jedoch
vom letzten Buchstaben beginnend, geschrieben werden können.
Um dies zu verifizieren, wurde ein dunkler Raum organisiert,
in dem mit einer brennenden Wunderkerze jeder Teilnehmer
in die Luftsphäre schreiben konnte. Er selbst legte
mit dem zeitlichen Anfangs- und Endpunkt seines Schreibversuches
die Dauer der fotografischen Aufzeichnung fest. Die Grundanforderung
war, daß der Schriftzug dreidimensional imaginiert
und spiegel- oder seitenverkehrt in einem Fluß realisiert
werden könne. Weitere Voraussetzung war eine beherrschte
und wohlkomponierte Schreibbewegung aus dem Armschwung,
die als Oneliners ohne viele Doppelüberschneidungen
auskommt. Da keine Reibung wie auf einer festen Oberfläche
vorhanden ist, besteht die Schwierigkeit ebenso darin, den
Tag im haltlosen Raum so zu konditionieren, als würde
er auf eine Fläche geschrieben.
Die Langzeitbelichtung zeigt auf, wie ganzheitlich der Schreiber
seine Signatur im Raum verkörpert. Das freie Schreiben
des geübten Tags in einer ungeübten Kombination
und Reihenfolge wird so in der entwickelten Fotografie wieder
in ein leuchtendes Schriftbild transformiert und lesbar
gemacht. |
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